Anlagen mit Druckbehältern regelmäßig prüfen

Anlagen mit Druckbehältern regelmäßig prüfen

Wer den Arbeitsschutz vernachlässigt, riskiert Leben und Gesundheit

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Arbeits- und Unfallschutz streng normiert. Dies gilt vor allem für Druckbehälter und Anlagen mit Druckbehältern und Rohrleitungen. Dennoch vernachlässigen Unternehmen die Prüfpflichten, die der Gesetzgeber und die Berufsgenossenschaften für diese Betriebsmittel vorgeschrieben haben. Häufig geschieht dies nicht aus Vorsatz, sondern aus Unachtsamkeit und Unwissenheit. So wurde die Besatzung eines Rettungswagens beinahe das Opfer der Explosion eines Druckbehälters. Gerade noch rechtzeitig bemerkte man Unregelmäßigkeiten bei einer Sauerstoffanlage. Die Besatzung konnte das Fahrzeug in letzter Sekunde verlassen, bevor eine Sauerstoffflasche explodierte und ein gewaltiges Loch in die Seite des Rettungswagens riss. Bei mehr Aufmerksamkeit und Einhaltung der gesetzlichen Prüfpflichten können solche Gefährdungen minimiert werden.

Routine ist der größte Gegner für den Unfallschutz

Eigentlich sollte große Sorgfalt im Umgang mit Druckbehältern und Druckbehälteranlagen eine Selbstverständlichkeit sein. Doch im Alltag wird dies oft vergessen, insbesondere dann, wenn es bis dahin keine Vorfälle gegeben hat. Doch Druck und Dampf können von einer Sekunde auf die andere zu schweren Unfällen mit hohen Schäden führen. Druckwellen, schlagende Leitungen und durch die Luft geschleuderte Anlagenteile gefährden die Gesundheit und das Leben der Mitarbeiter. Die Unfallbilder haben es in sich: Verbrennungen, Verätzungen und Erfrierungen sind nur Beispiele davon.

Kleine Schäden und Verschleiß sind die häufigsten Unfallursachen

Der betriebssichere Zustand von Druckbehältern und Anlagen mit Druckbehältern ist regelmäßig durch eine sogenannte befähigte Person (früher Sachkundiger) zu überprüfen. Die befähigte Person wird vom Unternehmer mit der Prüfaufgabe beauftragt. Die befähigte Person kann aus der eigenen Mitarbeiterschaft stammen oder extern bestellt werden. Sie muss jedoch Voraussetzungen erfüllen, um die Prüfung rechtssicher durchführen zu können. Dazu gehören eine abgeschlossene technische Berufsausbildung und eine nachgewiesene berufliche Erfahrung im Umgang mit Druckbehältern und Druckbehälteranlagen. Die dritte Bedingung ist die sogenannte zeitnahe berufliche Tätigkeit. Diese soll zum Ausdruck bringen, dass die befähigte Person Kenntnisse für die Prüfung von Druckbehältern hat. Diese Kenntnisse werden in der Regel durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen erworben. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass regelmäßige Prüfungen durch befähigte Personen helfen, Arbeitsunfälle mit Druckbehältern und Druckbehälteranlagen zu vermeiden.